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Kolumbien: Armee bombt selber PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Wisnewski   
Wednesday, 11. October 2006

Terrorismus Von Gerhard Wisnewski

Kolumbiens linke Guerrila FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) kennt keine Gnade. Im August 2002 feuerte sie Raketen auf den Präsidentenpalast ab; im Süden der Hauptstadt Bogotà konnte das Militär mehrere Autobomben unschädlich machen und ein Sprengstoffdepot ausheben.  Am 31. Juli 2006 schließlich griffen Terroristen einen Militärkonvoi an, wobei 19 Soldaten verletzt und ein Zivilist getötet wurden. Die ständige Bedrohung durch die "linken Terroristen" war die Eintrittskarte für das Militär in die Hauptstadt  - genauso, wie hierzulande der "islamische Terrorismus" und die dubiosen "Kofferbomben" die Eintrittskarte für die Bundeswehr in das Innere werden sollen.  Der ultrarechte kolumbianische Präsident Alvaro Uribe Vélez hat die Hauptstadt in eine Festung verwandelt. Nun könnte ja alles halbwegs seine Richtigkeit haben, wenn - ja, wenn - das Militär die Anschläge nicht selber verübt hätte. 




Hintergrund über Kolumbien

Kolumbien
, bis vor wenigen Jahren eines der am höchsten entwickelten Entwicklungsländer, zeichnete sich durch eine relativ gut ausgebildete Bevölkerung, eine exportorientierte Landwirtschaft und Leichtindustrie aus. Anders als viele Nachbarn, hat es auch eine gesunde demokratische Tradition. Doch mit dem Kokainboom der 80er Jahre exportierten die USA ihren "Drogenkrieg" und damit ihre Probleme. Zuerst versuchten die USA, den Anbau von Kokapflanzen in Peru und Bolivien zu unterdrücken, was zu einer Verlagerung nach Kolumbien führte. Der Zerschlagung des mächtigen Medellin-Kartells folgte das Wachstum des Cali-Kartells und schliesslich anderer, unabhängig voneinander operierender Organisationen. Die rechtsgerichteten Paramilitärs der AUC unter Carlos Castano, die eng mit der kolumbianischen Armee zusammenarbeiten, finanzieren sich direkt durch den Kokainhandel während die FARC, eine linksgerichtete Guerillaarmee im Süden des Landes, die Kokainproduzenten in ihrem Territorium besteuert.

Der so genannte "Plan Colombia" der USA mit einem Budget von 1,3 Milliarden Dollar hat das Ziel, die Drogenproduktion in Kolumbien zum Erliegen zu bringen. Tatsächlich richtet er sich jedoch fast ausschliesslich gegen die FARC und ignoriert die AUC. Von dem Geld profitieren vor allem Hubschrauberhersteller und andere Waffenlieferanten in den USA. Währenddessen sind Hunderttausende von Kolumbianern vor der Gewalt vom Land in die Städte geflohen. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass etwa zwei Drittel der politisch motivierten Morde in Kolumbien auf das Konto der rechten Todesschwadronen gehen, die damit Kleinbauern und Indios vertreiben, so dass Grossgrundbesitzer das Land übernehmen können.

Im August 2002 hat die amerikanische Regierung ein umstrittenes Projekt wiederaufgenommen, den Kokaanbau in Kolumbien durch Besprühung mit Pflanzengiften aus der Luft auszurotten. Dieses Jahr sollen 120.000 Hektar Kokafelder vergiftet werden, also eine Fläche von 1200 Quadratkilometern. In den vergangenen Jahren wurde für jeden Hektar besprühte Kokabüsche ein Mehrfaches davon an jungfräulichem Urwald gerodet und neu bepflanzt, als "Versicherung" gegen erwartete Sprühangriffe. Der lukrative Schwarzmarkt in Nordamerika sorgt dafür, dass die Anbaukosten nur einen Bruchteil der möglichen Umsätze ausmachen. Von 1994 bis 1999 verdreifachte sich so die Anbaufläche für Koka in Kolumbien.

Quelle: http://www.cannabislegal.de/international/co.htm

Seit September 2006 seien die Terroranschläge jedenfalls  "Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung", schreibt Sven Schuster in der Jungen Welt. "Die Justiz schaltete sich ein, nachdem Kolumbiens größte Tageszeitung El Tiempo Ende der ersten Septemberwoche darüber berichtet hatte, daß sowohl die aufgefundenen Sprengladungen als auch der Anschlag auf den Militärkonvoi auf das Konto von Armeeangehörigen selbst gingen. Aufgrund der erdrückenden Beweislage gab die Heeresleitung wenige Tage später zu, daß gegen mehrere Angehörige der Streitkräfte ermittelt werde. Allem Anschein nach hatten vier hohe Offiziere die 'Anschläge' geplant und von einem ehemaligen FARC-Mitglied ausführen lassen."


Wo man hinguckt gefälschter Terror, von dem allein radikale und diktatorische Regime profitieren - nur am 11.9.2001 wurden die armen USA selbstverständlich nichtsahnend von bösen islamistischen Terroristen überfallen. Und auch die Bombenattrappen in deutschen Zügen wurden natürlich von seelisch entgleisten Muslimen aufgestellt - von wem denn sonst? Dabei ist der politische Profit für Verfassungsfeinde im öffentlichen Dienst noch lange nicht alles. Vielmehr winkt den Tätern auch der eine oder andere "Kickback". Man denke nur an die Riesenprofite von "Sicherheitsunternehmen", die mit den Sicherheitsbehörden personell häufig eng verknüpft sind.

Man kann aber auch selber Bomben legen und bei der "Entdeckung" Prämien für die Vereitelung von Terroranschlägen kassieren. Ein Witz? Nicht doch: In Kolumbien ließ sich nicht nur eine Exguerillera mit dem Decknamen "Jessica"  für ihre Mithilfe bei den gefälschten Anschlägen und Anschlagsversuchen "fürstlich entlohnen", so die Junge Welt. Außerdem kassierten Offiziere  "einen Teil der von der Regierung ausgeschriebenen Belohnung für verhinderte Attentate".

Ein überzeugendes Geschäftsmodell. Dumm nur, daß die Bombe bei dem Militärkonvoi zu früh losging und dadurch Menschen zu Schaden kamen: "Ein Informant hatte Gewissensbisse bekommen und seine Auftraggeber aus der Armee verraten. Dabei wollten die beteiligten Offiziere wohl nicht nur die staatliche Antiterrorprämie kassieren, sondern auch eine politische Legitimation für den Kampf gegen die FARC-Guerilla liefern. Nicht zuletzt ging es ihnen darum, die Fähigkeiten der Armee unter Beweis zu stellen." Und darum, Kolumbien de facto in eine Militärdiktatur verwandeln.