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Der Faschismus geht vom Flughafen aus PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Wisnewski   
Saturday, 12. August 2006

Kommentare

Terrorabwehr à la
Bundesinnenministerium

Von Gerhard Wisnewski

Sind sie nicht einfach klasse, die Sicherheitsbehörden? Da hat doch Scotland Yard Terroranschläge auf 20 (Skynews), quatsch: 10 (BBC), quatsch: 6 (nochmal Sky News), quatsch: 12 (Bay. Rundf.) Passagierflugzeuge verhindert! Nach eigenen Angaben, versteht sich. Aber wer wollte daran schon zweifeln - unsere Medien jedenfalls nicht. Und nun stehen die Flughäfen voller schwerbewaffneter Terroristen, quatsch: Polizisten, die jungen Müttern dabei zusehen, wie sie die Babymilch ihres Nachwuchses auf ex leeren. Haha - was man mit Menschen so alles anstellen kann! Paola und Kurt Felix lassen grüßen.



In Wirklichkeit ist das natürlich ein echter Sicherheitszuwachs!  Schließlich wurde auch mein Sakko schon mal von einer Fläschchen schwenkenden Mami bekleckert. Solchen Leuten muß man umgehend das feuchte Handwerk legen. Passagiere, so stellt sich jetzt heraus, sind überhaupt eine ziemliche nasse Angelegenheit. Was sie nicht alles dabei haben: ein Mineralwasser oder eine Cola, aber auch Herztropfen und Hustensäfte, Parfüme, Deos und Asthmasprays, von irgendwelchen Körperflüssigkeiten ganz zu schweigen - Schluß damit. Dieser fliegende Sumpf muß ein für allemal trockengelegt werden. Und zwar staubtrocken. Papi muß vor dem Flug jetzt Pipi, Opa muß die Tropfen ex trinken und das Asthmaspray gleich hinterher sprühen. Ist doch alles flüssig! Herzkasper hin, Asthmaanfall her. Und Mutti muß sich einer intensiven Leibesvisitation unterziehen, denn wer wirklich ein Röhrchen Flüssigsprengstoff mitschleppen will, der muß das keineswegs im Handgepäck tun.

Spaß beiseite: das Geschehen in London trägt deutlich wahnhafte Züge. Die sogenannten "geplanten" Anschläge sind das reinste Sommertheater, inszeniert von völlig aus dem Ruder gelaufenen "Sicherheitsbehörden", die alle nur eines wollen: Daß der Bürger endlich an jeder Straßenecke in eine MP-Mündung blickt. Damit er weiß, was es geschlagen hat. Die Checks and Balances in unseren Gesellschaften sind weitgehend ausgehebelt, Geheimdienste und Polizei geben sich mehr oder weniger offen als die eigentlichen Terroristen zu erkennen - nur noch mühsam als "Retter" und "Beschützer" kaschiert. Wie bewaffnete Banden hängen sie an Bahnhöfen und Flughäfen herum und belästigen harmlose Fahr- und Fluggäste mit ihrem obzönen, waffenstarrenden Anblick.

Ja, die Zeiten haben sich geändert - der Faschismus geht jetzt vom Flughafen aus. Und nun wollen sie mal sehen, wie weit sie noch gehen können: Erst mußten wir uns nur abtasten lassen, dann die Schuhe und die Gürtel ausziehen, Privatgegenstände aus den Hosentaschen zum Röntgen in eine Plastikwanne legen, in Zukunft sogar noch Brillenetuis abliefern.  Und auch die massenhafte Leibesvisitation oder das Reihenröntgen wird keineswegs lange auf sich warten lassen.

Die Menschenwürde ist unantastbar? Aber nicht am Flughafen. Der Flughafen ist die Schule der Entwürdigung. Dabei haben es solche Flughäfen nicht verdient, daß auch nur ein anständiger Bürger seinen Fuß in diese neonbeleuchteten Kontakthöfe für Grabscher, Penetrierer und Durchleuchter setzt. In Deutschland werden einige Politiker bei dem Gedanken, dasselbe Theater an den 5.400 Bahnhöfen der Bundesrepublik zu veranstalten, vor Freude schon ganz naß um die Blase - quatsch: blaß um die Nase. Wenn man die Leute erst am Flughafen UND in der Bahn durchleuchtet, abtastet und auszieht, dann  hat man den Hochsicherheitstrakt endlich auf große Teile der Bevölkerung ausgedehnt. Und was sich die Leute am Flughafen und in der Bahn gefallen lassen, das werden sie sich bald überall gefallen lassen. Ist doch ganz normal: wir leben schließlich im Zeitalter des Terrorismus!


"Die angeblich in England aufgeflogenen geplanten Anschläge sind ziemlicher Humbug", schrieb mir mein Freund Werner Schlegel. "Wer in den letzten Wochen geflogen ist weiß, wie genau Gepäck und Handgepäck gefilzt werden - erst recht bei Flügen in die USA. Aber ein wunderbares Ablenkungsmanöver vom Krieg im Libanon, gleichzeitig eine Stärkung von Bush und Blair, die in ihren Ländern zunehmend unter Druck geraten wegen des Irakkrieges."

Wie wahr. Zum Abschuß sind nämlich weniger Passagierflugzeuge freigegeben, als vielmehr der britische Premierminister, der von einem Wahldesaster zum nächsten strauchelt und von einem Korruptionsskandal zum anderen. Mit Blair aber steht und fällt das globale Terrorregime, dem nicht nur die USA und Großbritannien angehören. Damit man das Heulen und Zähneklappern dieses Regimes nicht so hört, werden jetzt gewaltige Stürme im Wasserglas veranstaltet.

Zufällig um dieselbe Zeit, da Blairs bewaffnete Banden unter dem Vorwand von angeblichen  Terrorattacken den Londoner Flughafen Heathrow besetzt haben, wird seine Regierung von einer Krise nach der anderen geschüttelt. Wenn Sie jetzt mal einen Moment lang Ihren Blick von der MP-Mündung abwenden könnten: könnten Sie sich dann daran erinnern, daß seine Labour-Partei im Mai ihre bisher schwerste Niederlage bei Kommunalwahlen einstecken mußte? Oder daran, daß viele Menschen in Großbritannien starr vor Entsetzen über Blairs Unterstützung der israelischen Bombenexzesse im Libanon sind? Oder daran, daß erst vor drei Wochen Blairs guter Kumpel, Hauptspendensammler, Nahost-Emissär und Tennispartner Lord Levy wegen des Verdachts der Bestechlichkeit glatt verhaftet wurde? Daß es also der korrupten Blair-Bande gerade gewaltig an den Kragen ging? Nein, daran können Sie sich nicht erinnern. Und zwar, weil unsere Medien darüber so gut wie nicht berichten und dem Faschismus damit endgültig die letzten Bremsklötze aus dem Weg räumen. Wenn Sie mich fragen: Diese Medien haben keinen der vielen Euros, die wir ihnen das ganze Jahr über rüberschieben, verdient.  Die einzige Sprache, die sie verstehen, heißt Boykott und Abokündigung.

Inzwischen nimmt das Londoner Geschehen putschartige Züge an. Rein zufällig hat Tony Blair Großbritannien nämlich noch vor der Besetzung des Flughafens Heathrow verlassen, genau wie George W. Bush vor den Attacken des 11.9. "zufällig" nicht in Washington, sondern in Florida weilte. Blair reiste ab, "obwohl" er über die bevorstehende Aktion Bescheid wußte. In Wirklichkeit muß es natürlich "weil" heißen: weil er Bescheid wußte und weil er sich hinsichtlich des weiteren Verlaufs nicht ganz sicher war, hat sich Blair nach Barbados abgesetzt. Oder wurde er etwa abgesetzt? Die Macht hat inzwischen nicht etwa sein Vize John Prescott übernommen, sondern der unmittelbare Boß der bewaffneten Banden, Innenminister John Reid.

Ganz davon abgesehen ist es unwahrscheinlich, daß Terroristen ausgerechnet in London Sprengstoff an Bord von Flugzeugen schmuggeln wollten, wo schon mal wehrlose U-Bahnfahrgäste mit sieben Kopfschüssen hingerichtet werden. Einfach so. Da gibt es sicherlich weniger schwer bewachte Städte und Flughäfen. Von der halben Million Videokameras im Großraum London mal ganz abgesehen.

Was ist nun überhaupt dran an den angeblich geplanten Terrorattacken? Wo sind die Beweise? Informationen gibt es leider nicht einmal für Interpol: "Alle Länder haben die Pflicht, sämtliche Informationen zu teilen, die anderen Polizeibehörden in der Welt helfen könnten, unschuldige Leben zu schützen, ohne die laufenden Ermittlungen zu gefährden", beschwerte sich Interpol-Generalsekretär Ronald Noble verpackt in eine Gratulation für Geheimdienst und Polizei in London.

Wenn ich mich da anschließen dürfte: Herzlichen Glückwunsch zur Machtergreifung.



Notiz: aktualisiert 12.8.06