x-mas-tree.png

 

 

 

 

 

 

 

Ich wünsche allen Freunden und Lesern schöne Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2018! Vielen Dank für das Interesse und die Unterstützung in 2017! Mögen alle Hoffnungen in Erfüllung gehen und sich alle Befürchtungen nicht bewahrheiten. Ihr Gerhard Wisnewski

GW unterstuetzen!

untersttzen.gif

Bitte um Unterstuetzung!

Konto
DE83 7015 0000 0098 1348 36
SSKMDEMMXXX
Summe

vvv 2016 Buchvorstellung

Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam-Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können
Bomben, Biometrie und BKA PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Wisnewski   
Saturday, 14. October 2006

Terrorismus

Pilotprojekt zur biometrischen Überwachung in Mainz gestartet. Leichtes Spiel für Fahndungsbehörden nach mißglücktem Kofferbombenattentat.

Von Ralf Wurzbacher

Wie auf Knopfdruck wurde nach den Ende Juli »gescheiterten« Kofferbombenattentaten auf Nahverkehrszüge in Dortmund und Koblenz der Ruf nach einer Ausweitung der Videoüberwachung laut. Während Bedenkenträger aus dem Bereich Datenschutz und der Bürgerrechtsbewegung quasi über Nacht in größere Erklärungsnot gerieten, haben die Sicherheits- und Fahndungsbehörden im Windschatten der medial geschürten Terrorhysterie seither leichtes Spiel. Gerade so, als hätte das Bundeskriminalamt (BKA) gezielt die Gunst der Stunde genutzt, kündigten die Ermittler aus Wiesbaden der Öffentlichkeit Ende August ein Pilotprojekt zur Erprobung biometrischer Gesichtserkennung im Mainzer Hauptbahnhof an. Nur wenige Tage zuvor war das BKA mit dem Ermittlungsergebnis herausgerückt, die beiden gefaßten Kofferbomber seien Teil einer inländischen Terrorzelle mit Verbindung zur Terrororganisation Al Qaida.  
 


Am 10. Oktober ist der Startschuß des Pilotprojekts in Mainz gefallen. Wie BKA-Vizepräsident Jürgen Stock am vergangenen Dienstag berichtete, sollen bis zum 31. Januar 2007 bis zu 200 Probanden zwecks freiwilliger Überwachung täglich den Eingangsbereich des Bahnhofes passieren. Dabei werden sie von drei verschiedenen Fahndungssystemen gefilmt und die Bilder mit einer Fotodatei verglichen, in der alle Testpersonen mit biometrischen Erkennungsmerkmalen gespeichert sind. Die »Revolution« der neuen Technik soll darin bestehen, biometrisch bereits erfaßte Personen »automatisch« in einer Menschenmenge wiedererkennen zu können. Laut Projektbeschreibung will man damit »hilflose Menschen oder polizeilich gesuchte Personen« schneller auffinden. Die zwei verhinderten Kofferbomber waren laut BKA-Darstellung mit der bestehenden Technik erst nach »der sehr umfangreichen und zeitaufwendigen« Auswertung von Überwachungsfilmen gefaßt worden.

Der Bundesdatenschutzbeauftrage, Peter Schaar, hat am Mittwoch klare Beschränkungen für den Einsatz der Biometrie bei der Videoüberwachung gefordert. Bei solchen Methoden könne es zu einer »vollständigen Kontrolle« aller Personen kommen, die sich in der Öffentlichkeit aufhalten, äußerte er sich im ZDF-Morgenmagazin. Der Chef der Polizeigewerkschaft, Konrad Freiberg, begrüßte hingegen die Verwendung »modernster Technik«, um Menschen vor »Terroranschlägen zu schützen«. Allerdings müsse darauf geachtet werden, »wie hoch die Fehlerquoten sind«. Hier setzt auch die Kritik von Experten an: Zuverlässige Gesichtserkennung sei technisch unmöglich, weil das System optimale Lichtverhältnisse erfordere, außerdem behinderten körperliche Veränderungen wie eine neue Brille oder natürliche Alterung eine zweifelsfreie Identifizierung, moniert man beim Chaos-Computer-Club (CCC). Der vom BKA in Aussicht gestellte »präventive Einsatz« der Biometrie läßt vor allem Bürgerrechtler erschauern: Auf diesem Wege könnten wohl auch linke Aktivisten und Globalisierungskritiker von politischen Versammlungen ausgeschlossen werden.

Der Auftrag zur Untersuchung von Möglichkeiten biometrischer Verfahren zur »Erhöhung der inneren Sicherheit« wurde dem BKA bereits im Februar vom Bundesinnenministerium erteilt.

Richtig ins Rollen kam die Sache wie eingangs beschrieben aber erst nach Dingfestmachung der »Kofferbomber«. Dabei offenbart der Fall eine Vielzahl von Ungereimtheiten:

Nach Meinung von Sprengstoffexperten waren die »Bomben dilettantisch gebaut«, eine Detonation war demnach äußert unwahrscheinlich. Dazu sollen sich in den Koffern Spuren befunden haben, die direkt in den nahen Osten wiesen: Ein Zettel mit Telefonnummern und ein Päckchen Backpulver aus dem Libanon.

Ihre Geständnisse legten die Übeltäter in libanesischer Untersuchungshaft ab, also dort, wo das BKA laut Medienberichten in der Vergangenheit für eigene Zwecke schon einmal foltern ließ. Schließlich inszenierte das BKA am 22. Oktober eine Razzia bei einem der vermeintlichen Täter in Köln-Neuehrenfeld und ließ kartonweise »Akten« vor den Kameras des WDR abtransportieren.

Bei genauerem Hinsehen wurde deutlich: Die Umzugskartons waren leer! Wozu das Theater?  

http://www.bka.de/