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USA: Bush wird Armageddon veranstalten PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Wisnewski   
Saturday, 4. March 2006

Politik

Von Gerhard Wisnewski

Kennen Sie Paul Craig Roberts? Nein? Nun, Paul Craig Roberts ist ein  bekannter Republikaner, Journalist und ehemals hoher Beamter der Reagan-Administration. Also nicht gerade als Linker verdächtig. Derselbe Paul Craig Roberts schlägt seit einer Weile Alarm. Dabei nimmt er nicht das kleinste Blatt vor den Mund, vor allem nicht, was die Regierung von "Präsident" und Merkel-Freund Bush angeht: "Die Bush-Administration ist verrückt. Sollte das amerikanische Volk sie nicht durch ein Amtsenthebungsverfahren ihrer Führung berauben, wird die Bush-Administration Armageddon veranstalten."

Armageddon ist jene letzte, in der Bibel beschriebene Schlacht, in der die Welt in entsetzlichem Elend untergehen wird.



Der mutige Züricher Tages-Anzeiger veröffentlichte am heutigen 2.3.2006 ein Interview mit Paul Craig Roberts. Darin ließ der ehemalige Reagan-Mann wenig Raum für Illusionen über die Bush-Regierung und die sie tragende republikanische Partei.

Diese Partei sei von den sogenannten Neokonservativen (also Rumsfeld u.a.) "gekapert" worden, weshalb er sie jetzt "die Partei der Braunhemden" nenne, so Roberts. 

Roberts: "Ich weiss nicht genau, wie die Neokonservativen das zu Stande gebracht haben, aber sie haben die totale Kontrolle über die Politik und das Weisse Haus. Sie dominierten die gesamte erste Amtszeit von Präsident Bush - mit Ausnahme von Aussenminister Colin Powell. Und den sind sie losgeworden.Wie sie das geschafft haben? Sie waren gut organisiert und sind seit langem in Washington. Sie versuchten auch die Regierung Ronald Reagans zu infiltrieren, aber wir sahen sie damals einfach als Alliierte im Kalten Krieg gegen die Sowjetunion. Wir wussten nicht, wer sie wirklich waren. Indem die Neokonservativen Denkfabriken und Medien übernommen haben, wurden sie die politischen Berater der Republikanischen Partei."

Auf die Frage des Tages-Anzeigers, ob er angegriffen worden sei, nachdem er begonnen hatte, die Bush-Administration zu kritisieren, antwortet Roberts, seine Artikel seien nicht mehr gedruckt worden und  "ausserdem erhielt ich eine Menge hasserfüllter E-Mails und begann zu begreifen, dass wir es hier mit einer Bewegung von Braunhemden zu tun haben. (...) Die E-Mails waren voll von irrationalem Hass. Ihre Position war, dass jeder, der unseren Führer kritisiert, sterben muss."

Ausgelöst worden sei dieser Trend erst durch die Anschläge im September 2001: "Sie bildeten den Vorwand, die Macht in den Händen des Präsidenten zu konzentrieren. Es hiess, man wolle die Amerikaner vor Terroranschlägen schützen. Nicht durch die Detonation (sic!; GW) von Gebäuden aber wird Amerika zerstört, sondern durch die Zerstörung der Verfassung, der verfassungsmässigen Rechte und der Gewaltenteilung.(...) Das war wie der Reichstagsbrand, es hatte den gleichen Effekt. Wir erlebten einen umfassenden Anschlag auf die Bürgerrechte. Die Regierung Bush nimmt das Recht in Anspruch, jeden, den sie verdächtigt, festzunehmen und diese Person auf unbestimmte Zeit festzuhalten, ohne dass eine Anklage erhoben oder Anwälten der Zugang zum Inhaftierten erlaubt wird."

Besonders schlimm sei auch, daß es in den USA keine unabhängigen Medien mehr gebe, so Roberts. "Aber es gibt doch unabhängige Medien", wirft der  Tages-Anzeiger ein: "Nehmen Sie nur die 'New York Times'!"

Roberts: "Die 'New York Times' hat die ihr von der Verfassung aufgetragenen Verpflichtungen nicht erfüllt. Die Zeitung erlaubte der Reporterin Judith Miller, als neokonservative Propagandistin zu dienen. Sie benutzte die 'New York Times', um Lügen zur Legitimierung des Kriegs im Irak zu verbreiten.

Wir haben diese Art von Propaganda seit dem Dritten Reich nicht mehr erlebt. (...) Oder schauen Sie doch den Fernsehsender Fox News an. Es handelt sich hierbei um eine reine Propaganda-Operation. Mit Nachrichten hat das nichts zu tun. Fox ist eine effektive Propaganda-Organisation. Der Sender ist erfolgreich, weil er den Amerikanern einredet, sie seien hart, sie seien gut, sie seien Machos und würden anderen in die Hintern treten."

Auf die Frage, ob Bush vom Kongreß angeklagt werden sollte, antwortet Roberts: "Ja. Er log, und wir zettelten einen Krieg auf Grund dieser Lügen an. Gemäss der Rechtsnormen, die bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen etabliert wurden, ist Aggression ein Kriegsverbrechen. Der amerikanische Vertreter in Nürnberg, Robert Jackson, sagte dazu: 'Wir müssen den Deutschen klar machen, dass das Vergehen, dessen ihre Führer angeklagt sind, nicht darin bestand, dass sie einen Krieg verloren haben, sondern dass sie diesen Krieg begonnen haben.' George W. Bush ist einer nackten Aggression schuldig. Seine gesamte Regierung ist schuldig.

Tages-Anzeiger: "Sie sagen das im Ernst?"

Roberts: "Ja. Bush sollte vom Kongress angeklagt und nach seiner Entfernung aus dem Amt nach Den Haag überstellt und als Kriegsverbrecher angeklagt werden - genauso wie Vizepräsident Cheney, Donald Rumsfeld, Paul Wolfowitz  und Condoleezza Rice. Bei den Opfern im Irak handelt es sich hauptsächlich um Zivilisten."

Lesen Sie das gesamte Interview im Tages-Anzeiger (kostenpflichtig, benutzen Sie bitte die Archivsuche):

http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ssi/archiv/index.html