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Briefe an das 'Brutal Office' PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Gerhard Wisnewski   
Friday, 28. April 2006
Von Werner Schlegel

Man muss kein Freund von Joschka Fischer sein und noch nicht einmal ein Politinsider, um anzunehmen, dass der Ex-Außenminister weiterhin über blendende internationale Kontakte und Informationskanäle verfügt. Er hat sie zweifellos. Und genau deshalb sollten alle alarmiert sein, wenn nun plötzlich Fischer in einem "Offenen Brief" an den US-Juntachef fast flehentlich vor einem Angriff auf den Iran warnt. Nicht nur er, sondern auch Bill Clintons Außenministerin Madeleine Albright und vier weitere ehemalige europäische Außenamtschefs. Für diese Aktion kann es eigentlich nur zwei Gründe geben:


Erstens - die amerikanischen Pläne für einen Angriff sind viel konkreter als die meisten Menschen in diesem Lande wahrhaben wollen; aber der Angriffszeitpunkt steht noch nicht fest. Wäre es anders, könnte man sich jeden öffentlichen Appell sparen. Außer, die Briefschreiber wollten sich lediglich vor der drohenden Katastrophe einen Geschichtsbucheintrag als frühzeitige Warner und Kritiker sichern. Dieses Motiv darf in diesem Fall wohl ausgeschlossen werden. Allen Beteiligten sind ihre Fuß- und sonstigen Noten in der Historie längst sicher. Ihr Schreiben ist aber nur dann sinnvoll, wenn die sechs Außenminister zumindest hoffen, eine zu treffende Entscheidung noch beeinflussen zu können. Also ist sie noch nicht gefallen.

Zweitens: Genau diese Entscheidung steht unmittelbar bevor. Ein Offener Brief, der Monate vor einer Angriffsentscheidung verfasst und publiziert wird, ist ungefähr so sinnvoll, wie Weihnachtskarten, die schon im Sommer eintreffen: Am entscheidenden Termin sind sie längst vergessen und vorher lösen sie günstigstenfalls Belustigung beim Empfänger aus. Wenn sechs ehemalige Außenminister, darunter eine als nicht besonders friedfertig bekannte amerikanische Außenministerin genau jetzt den Zeitpunkt für ihren Appell gekommen sehen, kann dies also nur bedeuten: Im Brainwashingtoner Brutal Office liegen die fertigen Angriffspläne auf dem Schreibtisch. Die Entscheidung, wann sie verwirklicht werden, fällt in den nächsten Tagen. Es könnte also sein, der Krieg ist viel näher, als die meisten denken.

Und auf noch etwas deutet das öffentliche Bellen der vereinten Abgetretenen hin: Sie befürchten im Falle eines Angriffs offenbar das Schlimmste - besonders für Europa.

Sicher nicht militärisch. Mit seiner derzeitigen Rüstung aus überwiegend veralteten russischen Waffensystemen ist der Iran keine Gefahr. Auch nicht für Israel, geschweige denn für die USA oder gar den Weltfrieden. (Genau deshalb könnte das Land tatsächlich nach der Atombombe streben. Nordkoreas A-Waffen beweisen schließlich, dass nur sie ausreichende Sicherheit vor einem US-Angriff bieten). Ein Luftangriff gegen den Iran, ob mit oder ohne nuklare Gefechtsfeldwaffen, dürfte in zwei, maximal drei Wochen vorüber sein. Dann ist die militärische Infrastruktur des Landes für Jahrzehnte zerschlagen.

Es wird danach mit hoher Wahrscheinlichkeit auch keine Tausenden von Selbstmordattentätern geben, die über die europäischen Länder und deren Bürger herfallen. Dazu wurde die "Festung Europa" im letzten Jahrzehnt zu massiv ausgebaut. Deren Außengrenzkontrollen passiert nicht einmal eine Maus unbemerkt (es sei denn, ihr hilft ein westlicher Geheimdienst). Was also ist dann zu befürchten?

Ein solcher Angriff würde der ohnehin angeschlagenen europäischen Wirtschaft den Rest geben. Nicht nur in der deutschen Handelsbilanz steht vor dem Posten Iran ein fettes Pluszeichen. Glaubt wirklich jemand, ein US-Vasall Europa, der den geplanten Angriff nicht verhindert hat (beispielsweise mit Sanktionsdrohungen gegen die USA), profitiere anschließend am Wiederaufbau des Iran? Vom Ausfall der iranischen Öllieferungen, auf die Europa angewiesen ist, einmal ganz zu schweigen. Da bieten sich eine Menge anderer Staaten an, die nur zu gerne in die Bresche springen werden. Von asiatischen bis zu lateinamerikanischen Ländern. In den negativen wirtschaftlichen Folgen steckt also die eigentliche Gefahr für Europa. So betrachtet, könnte es doch noch ein weiteres Motiv für Fischers Aktion geben: Den Versuch, rechtzeitig einen Persilschein zu besorgen - für die Zeit nach dem Angriff.

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