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Ich wünsche allen Freunden und Lesern schöne Weihnachten und ein schönes neues Jahr 2018! Vielen Dank für das Interesse und die Unterstützung in 2017! Mögen alle Hoffnungen in Erfüllung gehen und sich alle Befürchtungen nicht bewahrheiten. Ihr Gerhard Wisnewski

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Operation J. oder: Das Wort zum Karfreitag PDF Drucken E-Mail
Friday, 18. January 2008

Kommentare

Von Gerhard Wisnewski

Ich weiß, ich weiß: Sie müssen sich in diesen Tagen ohnehin schon jede Menge salbungsvolle Reden anhören. Na und? Da kommt es auf eine mehr oder weniger ja auch nicht an. Stellen Sie sich Folgendes vor.

Irgendwo in einer deutschen Großstadt springt jemand vom Dach und stirbt. Anschließend wird behauptet, dieser Jemand habe das für Sie getan.

 

Man zeigt Ihnen Fotos von der zerschmetterten Leiche. (Schock) Seine Freunde behaupten, Sie seien ein so schlimmer Finger, daß Sie es nötig hätten, daß sich jemand mal für Sie umbringt.(Verletzung) Was das helfen soll? Fragen Sie nicht so blöd. Ist es nicht schlimm genug, daß der Mann sich für Sie umgebracht hat? Wollen Sie sein Opfer jetzt auch noch hinterfragen? Wenn es nichts bringen würde, dann hätte sein schrecklicher Tod ja gar keinen Sinn gehabt! Der Mann hätte sich vollkommen sinnlos selbst entleibt! Wollen Sie das zulassen und aus ihm einen tragischen Irren machen, der völlig umsonst vom Dach gehüpft ist?

De mortuis nihil nisi bene - über die Toten nur Gutes. Also muß es irgendwas bringen. Und da es nicht umsonst gewesen sein kann, müssen Sie wirklich so ein schlimmer Finger sein - Asche auf Ihr Haupt, Sie verderbtes Subjekt.(Scham)

Wenn er aber durch Ihre Verderbtheit gezwungen war, sich für Sie zu meucheln oder meucheln zu lassen, stehen Sie in seiner Schuld (Schuldgefühle).

Merken Sie was? Sie sitzen sauber in der Tinte. Beziehungsweise in der Psychofalle.

Natürlich: Kein Mensch würde es wagen, Ihnen so eine Geschichte aufzutischen. Bis auf diese:

  1. Es gibt da einen Menschen, den Sie nicht kennen.
  2. Umgekehrt kennt dieser Mensch auch Sie nicht.
  3. Das kann er auch gar nicht, denn er ist schon seit 2.000 Jahren tot.
  4. Er ist aber für Sie gestorben.

Da sind Sie platt, was? Dafür, daß er das selbst behauptet hat, gibt es zwar keinen Beweis.Und gebeten haben Sie ihn darum auch nicht.

Aber dennoch tut man Ihnen Gewalt an, indem man Ihnen den angeblichen, grausamen Tod eines Menschen aufbürdet und Sie als Verursacher quasi mitschuldig daran macht. Weil Sie so schlecht sind. Aber selbst wenn Sie den Betreffenden gekannt hätten:

  1. Hat ein Mensch das Recht, einem anderen Gewalt anzutun, indem er sich ungefragt FÜR IHN umbringt oder umbringen läßt? Und ihn dabei noch beleidigt, in dem er (oder andere) behauptet/n, der andere sei so verdorben, daß man ihn nicht anders retten könne, als durch ein solches Opfer?
  2. Hat ein Mensch/oder Menschen das Recht, einem anderen auf diese Weise psychische Gewalt anzutun?

Zählen wir mal die Affekte, die ich oben in Klammern gesetzt habe, zusammen, entdecken wir einen Psychomechanismus, dessen Elemente zielgerichtet aufeinander aufbauen:

  1. Ein Mensch hat sich aufs Grausamste hinmetzeln lassen (Schock)
  2. Es wird behauptet, er hat das für Sie getan (Angriff/Verletzung)
  3. Sie sind so schlecht, daß nur ein möglichst bestalisches Sterben Ihre Verderbtheit aufwiegen kann (Scham). Dadurch werden Sie ins Monströse verzerrt.
  4. Weil er das für Sie getan hat, stehen Sie in seiner Schuld (Schuldgefühle)

Der gemeine Mann betrachtet die Religion als richtig, der Weise als falsch und der Politiker als nützlich.

(Seneca, römischer Philosoph, 4-65 n.Chr.)

Eine Frage: Wenn Sie jetzt mal in sich hineinhorchen, fühlen Sie sich dann frei? Ist Ihnen nach Frohlocken und Lobpreisen zumute? Oder lieben Sie diesen Menschen?

Tja, das ist eine vertrackte Frage, denn nur noch Wenige können den Nachhall dieser Geschichte in sich wirklich unverfälscht spüren. Denn in 2.000 Jahren wurde das gesamte Gefühlssystem des Menschen in diesem Punkt umgebogen, um ihn dazu zu bringen, einer Figur nachzulaufen, die ihn in das Herrschaftssystem der Schuldgefühle zwingt. Ihm wurde eingeredet, diesen phantomhaften Psychoherrscher (dessen Geschichtlichkeit infrage steht) für seinen Foltertod lieben zu müssen - also jemanden, der ihm permanent psychische Gewalt widerfahren läßt. Das heißt, man versucht Liebe an einen Foltertod und an Schuldgefühle zu binden und Freude an das "Auffahren" eines Geistes in den Himmel zu einem Vater, der seinen Sohn auf diese Weise hat verenden lassen. Die mögliche oder wahrscheinliche "Schuld" dieser unmittelbaren Bezugsperson des Getöteten wird ganz im Gegensatz zur angeblichen Schuld von Milliarden Nicht-Bezugspersonen und Nicht-Zeitgenossen aber totgeschwiegen.  

Das ist Operation J.: Eine Schuldmaschine, die

  1. Schuld erzeugt,
  2. Schuld bündelt,
  3. Schuld auf Milliarden Menschen richtet.

Wenn die Vernunft ein Geschenk des Himmels ist, und wenn man vom Glauben das gleiche sagen kann, so hat uns der Himmel zwei unvereinbare, einander widersprechende Geschenke gemacht.

(Denis Diderot, franz. Schriftsteller u. Philosoph, 1713-1784)

Aber wozu das alles? Ganz einfach: Weil Schuldgefühle und schlechtes Gewissen die effektivsten Herrschaftsinstrumente sind, die sich überhaupt denken lassen.

Nicht, daß dieser Herr J., falls es ihn gegeben haben sollte, dieses System ersonnen hat. Wahrscheinlich nicht. Wahrscheinlich war er, wenn überhaupt,  nur ein willkommenes Opfer, dem diese ganze Geschichte von oben aufgepropft wurde - von Leuten, die sehr genau wußten, was sie taten.

 

 


Vergelt's Gott: Diese Seite kann nur mit Ihrer Hilfe überleben.

 

Um jetzt mal salbungsvoll zu werden: Horchen wir in diesen Tagen doch wirklich mal in uns hinein, was diese Geschichte wirklich mit uns anstellt.

Denn wenn uns das nicht mehr gelingt, sind wir steuerbar. Und zwar in Ewigkeit. Amen.

http://www.unmoralische.de/Zitate_Atheismus4.htm